@viennawriter Hallo Klaudia, mein Lebensmensch, der vor einem halben Jahrhundert Rdaio-Fernsehmechaniker gelernt hat, meint, dieses Mittelwellengerät (AM/amplitudenmoduliert) dürfte aus den 1930er/1940ern sein. In 50ern hätte es Kurz- und Langwelle umschaltbar gegeben. 1949 wurden bereits UKW-Sender (FM) eingeführt.

@mischa Das Einzige, was dagegen spricht ist der sehr original aussehende Elko mit der Aufschrift "Made in W-Germany". Ich kann gern noch mehr Fotos dazu geben, wenn er sagt, was er noch sehen mag. :)

@viennawriter Naja, für uns sieht das Gerät so aus, als sei es im Lauf der Jahrzehnte wieder und wieder repariert und umgebaut worden - der könnte demnach einfach eine spätere Ergänzung sein. Oder wir reden über die zweite Hälfte der 1940er 🤔

@viennawriter @mischa auf Radio07-scaled.jpg und Radio08-scaled.jpg ist noch ein weiteres Bauteil zu sehen, das kein "W-" vor dem "Germany" hat; wäre vllt. ein Hinweis in Richtung der Reparatur-Hypothese. Selbst Dinge aus den 70ern können ja inzwischen schon sehr alt aussehen.
Aber ich hab keine Ahnung von alten Radios. Vllt hat @aurora sowas schon mal gesehen?

@daniel_bohrer @mischa @aurora Menschen auf anderen Kanälen meinten, dass es eine Mischung aus Ost- und Westdeutschen Teilen wäre. Dann wäre die Eigenbau/Umbau-Variante wieder wahrscheinlicher, da dort ja verbaut wurde, was gerade da war, zumindest wie ich es bei meinem Großonkel erlebt habe.

@viennawriter ja, das könnte gut sein.

Noch ein Hinweis: auf der Scheibe für die Sendereinstellung ist der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) vermerkt, der (laut Wikipedia) erst 1945 gegründet und dann 1955/56 in WDR und NDR aufgespalten wurde. Wäre ein Hinweis für den Zeitraum der "Umgestaltung".

@viennawriter ansonsten aber ein Haufen West-Sender, RIAS Berlin ("Radio im Amerikanischen Sektor"), BBC, AFN (American Forces Network)… also wenn es wirklich im Osten entstanden ist, war es auf jeden Fall illegal :D West-Berlin wäre sonst auch ein guter Tipp, die waren ja zeitweise sehr isoliert vom Rest der BRD.

@daniel_bohrer Bei der Skala bin ich nicht ganz sicher, ob die beim Gerät dabei war, aus einem vierten Apparat kommt oder später selbst dazugebaut wurde. Sie ist jedenfalls nicht ursprünglich aus dem Gehäuse, das wurde für die Skala zugesägt. Aber der Hinweis mit NWDR ist spannend. Danke!

@viennawriter
Wenn die Skala auch in Situ unterschiedliche Helligkeitswerte bei der Beschriftung zeigt, wurde da vom aktiven Besitzer korrigiert…
@daniel_bohrer

@ArnimRanthoron @daniel_bohrer Die werde ich mir beim nächsten Durchgang auch nochmal genauer anschauen, wenn wir das Innenleben wieder rausnehmen. Ich poste dann auch noch ein paar Bilder.

@viennawriter ich bewundere auf jeden Fall das offensichtlich selbst gemachte Gehäuse :3 Scheint "einfaches" Fichten- oder Kiefernholz mit dunkler Beize zu sein – krasser Kontrast zu Serienmodellen, die ja schon eher Wert auf Hartholz und glänzende Oberfläche gelegt haben

@daniel_bohrer @viennawriter @mischa also für mich sieht das sehr eindeutig nach eigenbau aus. professioneller nach-feierabend-maschinenpark-auf-arbeit-nutzender eigenbau, aber trotzdem eigenbau. bauteilanordnung und verkabelung sehen nicht nach serienfertigung aus. schaltung kann dann alles mögliche sein, viele selbstbauten basieren auf schaltplänen aus den telefunken-laborbüchern u.ä. (gabs halt zur ausbildung und menschen haben sich inspirieren lassen).

@viennawriter

Röhren:
die schlecht beschriftete ev. UY41 - Gleichrichter klingt mal nicht falsch für die Ecke wo das Netzkabel reingeht und Selengleichrichter oder Ähnliches seh ich da mal nirgends.
radiomuseum.org/tubes/tube_uy4

Die Zweite recht eindeutig
radiomuseum.org/tubes/tube_uf4

@robelix Ah! Gleichrichter klingt sinnvoll. <3 Merci! Wieder ein Puzzleteilchen. :) Ich hab verstanden, dass Röhren damals quasi so wie heute noch zB Batterien von allen möglichen Herstellern gebaut wurden und man nur nach Bezeichnung und bevorzugtem Hersteller bestückt/ggf nachgekauft hat.

@viennawriter Väterchen (Elektrotechniker, geb. 1950) meint dazu "Loewe, Grundig, SABA, Telefunken... die Radios sahen damals alle so aus. Telefunken hat nen halben Punkt mehr wegen des Siemens-Elkos (Telefunken is ne Siemens-Ausgründung), aber damals waren die dicken Elkos eh meist von Siemens."
Das Teil mit den Rippen erkenne ich als variablen Kondensator zur Einstellung der Frequenz. Potentiell zwei Kondensatoren auf einer Achse, für jedes Frequenzband einen.

@anathem Nicht alle, die meisten hatten dann bald ne breitere Bauform, gab in den 50ern gar nicht mal so viele, die noch die VE-Maße hatten. Wobei mir schon einleuchtet, dass es noch eine Weile neuere Radios gab, die in alte Gehäuse gebaut werden konnten (wobei das Bakelit der VEs ja eher bruchanfällig war). Saba und Loewe hatte ich schon einmal bei Radiomuseum.org durch, aber halt nur die Einträge mit Bildern. Hm, vllt noch nen Anlauf. Dankeschön!!!

@viennawriter Er meint wohl eher die Methode "Metallgehäuse mit 'fliegenden Bauteilen' drin", also ohne Platine. Ich glaub nicht, dass er auf die Proportionen achtete. (Bin auch grad am Bf abgesetzt worden, kann ihn also nich weiter fragen.)

@viennawriter Auf dem Foto ist der NWDR gelistet: Lt. Wiki sendete der ab 1945

@Cedara Und wurde 55/56 in NDR und WDR getrennt, wie auch als Hinweis kam. Das kann eine gute Eingrenzung sein, falls die Skala tatsächlich zum Gerät gehört und nicht noch aus nem vierten rausgefallen ist.

@viennawriter Genau.

Sag mal, gibt es eigentlich ein Radiomuseum?

@Cedara Ja. Sogar online mehrere. Die Seite vom radiomuseum.org haben wir auch offen. :) Clemens hatte da unlängst geschaut, wenn man da ins Forum will, kostet das wohl einmalig 20€ und der Zugang kommt dann per Post ...

@viennawriter ok

Müsst ihr denn mal drüber nachdenken, ob es sich lohnt...

@Cedara Ja, wir dachten, wir schauen mal ein paar Tage, was so an Hinweisen kommt und da anmelden können wir uns dann immernoch.

@viennawriter ich habe mal den Peter gefragt, weil er auch schon an ein paar Röhrengeräten rumgebastelt hat.
Er meint, wer sich sehr gut auskennt sei jogis-roehrenbude.de/
und dass es beim tubeampdoctor.com/ Kondensatoren mit ungewöhnlichen Werten gibt.
Mindestens die kleineren bonbonähnlichen Kondensatoren sollten vor Inbetriebnahme ausgetauscht werden. Werte notieren bevor die sog. "Knallbonbons" in die Luft gehen und nichts mehr ablesbar ist. Netzspannung einstellen.

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