Guten Morgen vom Küchentisch. Gleich geht dieses Symposium "Literatur in einfacher Sprache" los. Bin mal sehe gespannt, welche Projekte es an den Veranstalter:innen vorbei geschafft haben.

Es ist übrigens über Zoom ... Vielleicht krieg ich mein Buch ja doch noch platziert.

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Wenn auf akademischem Niveau über leichte und einfache Sprache diskutiert wird. 🤔 Ich hol mir mal Kaffee.

"Was die Literarizität der Werke angeht [...] so sei diese nicht an die Komplexität gekoppelt [...]." ... Irgendwie hab ich das Gefühl, einige können gar nicht mehr anders reden. Ja, in diesem Symposium zu einfacher und leichter Sprache reden Menschen so.

Die literar-ästherische Kompetenz sei stark begrenzt. Logo-zentrische Konzepte und so ...

Jetzt lesen die einfach eine 12-Seitige wissenschaftliche Abhandlung in Wissenschafts-Sprech vor. 🤦‍♀️

Mittelalter, weißer Mann: Monolog, Monolog, Monolog, meine Fage ist ... Monolog, Monolog, Monolog , hochkomplexe Sätze, Texttraditionen, yadda yadda, Rezeptionstheorie, yadda yadda, Bestimmung, was Einfachheit sein soll, soziale Spaltung und Bildungserfolg, andere kategoriale Bestimmung, yadda yadda ...

Was ich mag ist das Projekt "LiES! Literatur in Einfacher Sprache" vom Literaturhaus Frankfurt, wo Autor:innen extra Geschichten in einfacher Sprache geschrieben haben. Interessanterweise ist ihr jeweiliger Stil dabei wohl erhalten geblieben – finde ich hochspannend. Ich hoffe, dass es das Projekt und die Menschen dahinter auch ins Fediverse schaffen.

literaturhaus-frankfurt.de/bil

Kurz vor der Mittagspause gab es eine Wormeldung einer teilnehmenden Journalistin, warum denn so viele Beiträge und Komentare so weit weg von der Praxis wären. Immerhin geht es doch darum, Menschen Geschichten und Informationen nahe zu bringen. Ich stimmte ihr im Chat zu, es kamen aber auch gleich Kommentare, dass ja journalistische Texte einen anderen Stellenwert hätten, als literarische. Da ist sie wieder die "HOHE LITERATUR".

Auch der erste Vortragende nach der Mittagspause liest seinen Beitrag vor. Damit sind's bis jetzt vier von fünf, die nicht frei sprechen. Ich frag mich, wann wir jetzt damit fertig werden, hier gegenseitig die Paper vorzulesen und zu einem konstruktiven Austausch und Praxisnähe kommen. *sfz* Immerhin geht es jetzt um gut lesbare Typographie: zB pro Flattersatz.

Es gibt laut einer Studie junge Menschen, die die normalen Texte einfacher finden als die in einfacher Sprache. Spannend. Und Menschen, die sich für anspruchsvolle Literatur in der Grundschule aussprechen – finde ich persönlich auch wichtig, aber ich beschäftie mich nicht akademisch damit, sondern eben aus der praktischen Sicht als Autorin.

@viennawriter
Bist du sicher mit dem „mittel“?
Oder meintest du „mittelalterlich“?

„Kunden, die diesen Vortrag buchten, buchten auch:
- das Telefonbuch von Pusemuckel
…“

@viennawriter Jede ausreichend spezialisierte Szene wird irgendwann zu einem Circlejerk. :F

@viennawriter
Das ist bei Akademikern leider normal. Es fällt mir da oft schwer wach zu bleiben bei manchen. Vor allem müssen die ständig den letzten konzeptuelle Trends hinterher rennen, wenn Sie Geld haben wollen. Ganz egal ob's Sinn macht oder nicht.

@viennawriter
Klaudia trinkt an so einem Tag

@viennawriter
Naja, das wurde ja gleich am Anfang gesagt, dass es eine wissenschaftliche Tagung ist.
Fachleute verstehen einander gut in ihrem Fachjargon.
Aber ich bin auch lieber mehr allgemein anschlussfähig unterwegs.

@Frau_Sanders Ja, wurde es. Ich wundere mich auch nicht, finde nur die Diskrepanz zwischen Sache und Form so bezeichnend.

@viennawriter @Frau_Sanders Komisch, dass sich das immer noch nicht geändert hat ... ich fand's schon vor 20 Jahren echt albern, dass ich für meine Doktorarbeit extra einen wissenschaftlich klingenden Untertitel brauchte, weil "Erzählperspektive im Film" ja jeder versteht 🙄

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